„Manchmal denke ich, der Himmel besteht aus ununterbrochenem, niemals ermüdendem Lesen.“

Virginia Woolf, Schriftstellerin

Vor über 30 000 Jahren wurde nachweislich an Höhlenwänden gemalt, Bilder die wir noch heute staunend betrachten können. Eine 35 000 Jahre alte geschnitzte Flöte verweist auf das handwerkliche Geschick des Instrumentenbauers aber verrät uns nicht über die Kunst des Flötenspielers. Seit wann kann der Mensch lesen? Da das, was gelesen werden soll, vorher geschrieben sein muss, suchen die Archäologen nach den ältesten schriftlichen Zeugnissen.

 

Lange Zeit galt die sumerische Keilschrift als älteste Schrift und Mesopotamien 3300 vor Christus als Wiege der schriftlichen Kultur. Um 2700 v. Chr. fand in Mesopotamien ein Wechsel von stilisierten piktographischen Zeichen zur Keilschrift statt. Der Rang als älteste Schrift wurde zuerst durch die ägyptischen Hieroglyphen in Frage gestellt, die sich wohl in etwa zeitgleich entwickelt haben. 

 

"... die mit Recht behauptet, dass, wer zeichnen kann, auch schreiben kann!"

Sekretaris in Asterix und Kleopratra (Band 2, Seite 12, Bild 10)

Eng verwandt zu den Hieroglyphen ist die hieratische Schrift, die auf Papyrus geschrieben wurde. Manche Forscher verorten heute den Ursprung des schriftlichen im Balkan und dass die Alteuropäer beim Entwickeln einer schriftlichen Kultur die Nase vorn hatten. Gemutmaßt wird auch, dass die chinesische Schrift wegen der vielen Schriftzeichen älter sein muss. Erheblich jünger ist die phönizische Alphabetschrift (ca. 11. Jahrhundert v. Chr.), aus der sich unter anderem die aramäische Schrift, die hebräische Schrift und die arabische Schrift entwickelt haben. Vom Bildlichen zum Buchstäblichen entwickelte sich die Schrift und mit dem Gebrauch von emoji kehrt es neuerdings zum bildlichen zurück. 

 

Wann wirklich das erste Wort geschrieben und vom wem alles auch gelesen wurde, wird sich uns nicht offenbaren. Doch eins ist gewiss, gegenüber dem Malen und Musizieren gehören Schreiben und Lesen zu den jüngeren der älteren Kulturtechniken, die die Menschheit entwickelt hat.

 

Warum hat der Mensch die Schrift erfunden? Sicherlich nicht aus einem poetischen Bedürfnis der Seele heraus. Sie ist wohl eher einem merkantilen Geiste geschuldet. Wer Handel betreibt, braucht eine geeignete Buchführung und Kontrollmechanismen. Die Idee des Lieferscheins, der Inventarliste und der Steuerbescheide wurde schon damals geboren. Seit der Erfindung der Schrift ist vieles geschehen. Das geschriebene Wort eroberte die Welt. Ein Siegeszug der sich in alle Sprachen und vielen Schriftarten niederschlug.

 

Ob auf Tontafeln geritzt und gebrannt, mit Farbe und Pinsel auf Papyrusrollen gemalt oder mit Tinte auf Büttenpapier verewigt, das geschriebene Wort bekam immer mehr gesellschaftliches Gewicht und mit der Erfindung des Buchdruckes avancierte Textuelles zum Allgemeingut. Heute verbreitet sich Geschriebenes über die elektronischen Medien  sekundenschnell und weltweit. Die Kehrseite dieser Medaille offenbart sich in Spammails, Fake News und Hasskommentaren. Nicht alles was geschrieben wurde war es jemals  Wert gelesen zu werden. 

 

Die Bedeutung des Lesens hat sich in den vielen Jahrhunderten gewandelt. Für ein Selbst und für die Gesellschaft ist lesen und schreiben können ein Motor für Veränderungen. Die Wichtigkeit dieser Kulturtechniken für die Entwicklung der Gesellschaft wurde früh erkannt und im 5. Jahrhundert v. Chr, erhielten im attischen Athen die Kinder der Freien (5% der Bevölkerung) eine Schulausbildung und lernten Texte von Homer, Äsop, Hesiod oder Solon zu lesen. Heute erscheint es hierzulande natürlich, dass jedes Kind ungeachtet seiner sozialen oder ethnischen Herkunft in unserem Schulsystem das Lesen und Schreiben lernt. 

 

"Ja, das Schreiben und das Lesen ist nie mein Sach' gewesen“,

so ein Eingeständnis kommt einem nur dann leicht über die Lippen, wenn man es, in der Rolle des Kalman Zsupan aus der Operette der Zigeunerbaron, singend äußern kann. In Mathe schlecht zu sein, von Physik nichts zu verstehen oder unsportlich zu sein, wird nicht als ein gesellschaftlicher Makel betrachtet. Im Schreiben und Lesen zu versagen dagegen schon und löst bei den Betroffenen zumeist ein tiefes Schamgefühl aus.

 

Laut einer Studie der Uni Hamburg (2019) haben zwölf Prozent der 18 – 64-Jährigen nur eine geringen Lese- und Schreibfähigkeit ausgebildet, sie gehören zu den 6,2 Millionen funktionalen Analphabeten in Deutschland. Um am gesellschaftlichen leben teilzuhaben, muss man lesen können. Hinweisschilder, Arbeits- und Kaufverträge, Gebrauchsanleitungen, Fahrpläne oder den Wahlzettel, dem geschriebene Wort kann man einfach nicht entkommen.

 

Die digitale Kommunikation verstärkt zusätzlich den Druck auf jene, denen das Lesen schwerfällt. WhatsApp-Nachrichten, Emails, die Nachrichtenbanner oder Untertitel beim Fernsehen fordern unsere Lesefähigkeit heraus. Für den Schreib- und Leseschwachen gibt es täglich genügend stressauslösende Situationen, die die Scham reaktiviert. Niemand gibt gerne diesen Makel zu. Wie vermeidet man bloß seine Bloßstellung?

 

Funktionaler Analphabetismus korreliert dabei keineswegs mit einer mangelnden Intelligenz der Person. Wird das Lesen und Schreiben in der Grundschule nur mangelhaft beigebracht, kann dieses Defizit nur selten in der Sekundarschule aufgeholt werden. Hier sind die Lehrerinnen und Lehrer und das Schulsystem gefordert. Doch nicht alles können motivierte Grundschullehrerinnen und -lehrer und/oder ein ausgeklügeltes Lehrangebot auffangen. Das Wohnumfeld des Schülers hat ebenso einen Einfluss auf den Lernerfolg. Zeigen die Eltern kein Interesse an Bildung, fällt es auch den Kindern schwerer, ein eigenes Interesse zu entwickeln. Auch der frühe Tod eines Elternteils blockiert schulische Leistungen. Viele weitere Faktoren sind bekannt, die das Entwickeln einer guten Lese- und Schreibkompetenz torpedieren können.

 

Grade das Schamgefühl hindert viele Erwachsene daran, das Lesen und Schreiben neu zu erlernen, obwohl erfolgversprechende Fördermaßnahmen existieren, um die Situation derer zu verbessern, denen das Lesen und/ oder verstehen nicht so leicht fällt. So werden heute vermehrt Texte auch in einer einfachen Sprache und einer leichten Sprache verfasst. Die einfache Sprache hilft Lesern, deren Problem weniger das Lesen, als das das Textverstehen ist. Die leichte Sprache wendet sich an jene, die lernbehindert sind und auch an Texten, die in einfacher Sprache geschrieben wurden, scheitern würden. Beide Konzepte sorgen bei der Gestaltung, von amtlichen Homepages für eine gewisse und erwünschte informelle Barrierefreiheit und sorgen so für Bürgernähe. Ist dieser pragmatische Ansatz einer bildungspolitischen Kapitulation geschuldet?

 

Glücklich kann sich der schätzen, der nicht nur das Lesen, sondern auch den Sinn längerer Texte zu verstehen, gelernt hat. Denn ihm öffnet sich letztendlich die Welt der Bücher. 

 

„Guten Abend und herzlich willkommen zum guten Buch zur späten Stunde“,

so begrüßt Denis Scheck regelmäßig die Zuschauer von "Druckfrisch", empfiehlt Bücher, plaudert charmant mit Autorinnen und Autoren und zerreißt witzig so manches Buch, welches zu seinem Graus doch einen Platz auf einer Bestsellerliste gefunden hat. Denis Scheck und andere telegene Literaturkritikerinnen und -kritiker informieren seit Jahren, in diversen Fernsehsendungen ihr Klientel über aktuelle literarische Werke. Wer für Literatur offen ist, nimmt diese Buchbesprechungen gern zur Kenntnis und lässt sich davon inspirieren.

 

Laut einer statischen Erhebung aus dem Jahr 2019  griffen hierzulande 11,96 Millionen Personen mehrmals wöchentlich zum Buch. Demgegenüber standen 18,55 Millionen Personen, die nie in ihrer Freizeit gelesen haben. Den Weg zum guten Buch zu beschreiten, erfordert eine Bereitwilligkeit, die viele, obwohl sie gut lesen können, trotzdem nicht aufbringen. 

 

Lassen wir Zeitungen und Illustrierten außer betracht, liest der Deutsche - wenn er liest - laut einer Untersuchung von 2017,  am liebsten Krimis. Auf Platz zwei und drei folgen Thriller und Ratgeber. Ob wir uns grade auf dem Sofa fläzen oder gemütlich im Bett liegen, Lesen geschieht an vielen Orten und diversen Situationen - fahrend im Autobus oder Zug, im Park am Baum gelehnt, etwas angestrengt und steif im Lesesaal einer Bibliothek oder am eigenem Schreibtisch sitzend. Manch einer zelebriert das Lesen, indem er sich zu Hause eine Leseecke einrichtet. Dort im Ohrensessel sitzend und hinter sich  gut gefüllte Bücherregale wissend, sorgt eine Stehlampe hinterrücks fürs richtige Licht. Mit der gefüllten Tasse Tee samt Kanne auf dem Beistelltisch stehend, wird das Lesen vollends zum Genuss. Im Gegensatz zu diesem letzten Bild wird in Deutschland am liebsten auf dem Sofa und im Bett geschmökert. 

 

Lesen bildet, beflügelt die Phantasie, erweitert unseren geistigen Horizont, kann uns glücklich machen, öffnet uns neuen Welten…. wer möchte ernsthaft dieser Aufzählung widersprechen?

 

Seit einiger Zeit ist ein neuer Aspekt des Lesens  in den Blickwinkel gerückt: ein therapeutischer. So sollen kranke Personen durch das Lesen geeigneter Texte oder Verfassen eigener Texte positive Veränderungen im kognitiven und emotionalen Bereich erfahren und dadurch „gesünder“ werden. Eine Idee, die auch schon vor rund 2 1/2 tausend Jahren der griechischen Tragödie und ihrer beabsichtigen kathartischen Wirkung zugrunde lag. Die Poesie- und Bibliotherapie befasst sich mit diesem therapeutischen Aspekt literarischer Erzeugnisse. 

 

Auch wenn das Lesen eine allgemeine positive Wertschätzung erhält, sollte man bei Vorstellungsgesprächen das Lesen nicht als Hobby erwähnen. Diese Tätigkeit  wird im beruflichen Kontext, von Personalchefs häufig als zu passiv betrachtet. 

 

Bleibt noch die Frage zu klären, was ein Buch zu einem guten Buch werden lässt. 

 

"Kein Lesen ist der Mühe wert, wenn es nicht unterhält."

William Somerset Maugham, englischer Dramatiker

Wie beurteilen Sie die Qualität eines Buches? Muss es für Sie unterhaltsam, tiefgründig oder informativ sein? Muss es auf einer Bestsellerliste auftauchen? Ein Literaturkritiker wird andere Maßstäbe an Tag legen als wir Normalleser es tun. Geschichtlich betrachtet entstanden mit dem aufkommende Bildungsbürgertum des 19. Jahrhunderts viele Werte und Normen, die bis heute noch festlegen welche Lektüren sozial anerkannt werden. Die private Hausbibliothek wurde zum Ausdruck eines gehobenen Lebensstil. Ein Werk von Goethe oder Schiller erfährt dabei eine höhere Wertschätzung als ein "Kommissar Maigret"-Roman von George Simeon. Ist eine solche Einstellung zu rechtfertigen?

 

Nicht immer fand - und findet noch - das geschriebene Wort seinen Weg in den Bücherschrank. Denn durch Bücher könnten sich leicht unziemliche Gedanken unseren Geist bemächtigen und die Seele des Lesenden verderben. Zensur begleitet seit Anbeginn die Schriftstellerei. Ob unsittliche, den Staats zersetzende  oder gotteslästernde Gedanken, der Zensor bringt so manches Buch auf einen Index  verbotener Bücher. So erfahren wir auf Wikipedia:

  • "Der Index librorum prohibitorum („Verzeichnis der verbotenen Bücher“, kurz auch Index Romanus, „römischer Index“, genannt) war ein Verzeichnis der römischen Inquisition, das für jeden Katholiken die Bücher auflistete, deren Lektüre als schwere Sünde galt; bei manchen dieser Bücher war als kirchliche Strafe die Exkommunikation vorgesehen. Erstmals erschien das Verzeichnis 1559, seine letzte amtliche Ausgabe datiert von 1948 mit Nachträgen bis 1962 und nannte zuletzt 6000 Bücher. Der Index wurde nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil 1965 bzw. 1966 nicht mehr weitergeführt."

Ein Zeichen gegen die Zensur setzte die argentinische Künstlerin Marta Minujín auf der documenta 14 in Kassel. Sie installierte dort einen Tempelnachbau aus 67.000 Büchern aus allen Ländern und Zeiten, die mindestens einmal auf einem Index standen. Bei der Verifizierung des Verbots griff Minujín auf eine Liste zurück, die zuvor Germanisten der Universität Kassel erstellt hatten, eine Liste die seitdem weiter fortgeführt wird und zur Zeit 120 000 Buchtitel umfasst.

 

Der  Umgang mit Büchern ist zwiespältig. Dokumentarische Filmaufnahmen über die Bücherverbrennungen der Nazis hinterließen, als ich sie in frühster Jugend sah, sehr ungute Gefühle, genauso beunruhigend fand ich jedoch die Reaktion der Bevölkerung in islamischen Ländern auf die Veröffentlichungen von Mohamed-Karikaturen.

 

Die Frage, was ein gutes Buch ist oder nicht, entscheidet letztendlich jeder Leser für sich allein. Er besitzt die Macht die Buchdeckel wieder zusammenzuklappen. Wenden wir uns nun wieder dem Akt des Lesens zu.

 

"Die guten Leutchen wissen nicht, was es einen für Zeit und Mühe kostet, um lesen zu lernen. Ich habe achtzig Jahre dazu gebraucht und kann noch jetzt nicht sagen, dass ich am Ziele wäre."

Kein geringerer als  Goethe soll dies gesagt haben. Er hat sicherlich nicht die Art des Lesens gemeint, die wir zu unserem puren Vergnügen nutzen oder um über Aktuelles informiert zu sein. Eher ein studierendes, überdenkendes  Lesen, das einen tieferen Sinn des Textes und seine Bedeutung für einen Selbst erfassen möchte. Vielleicht hatte er eine Art des Lesen in dem Sinn, die heute beim induktiven Bibelstudiums zur Geltung kommt.

 

Viele Lesende nehmen sich nicht wirklich die Zeit, in ein Buch einzutauchen, sondern bleiben oberflächlich hängen. Bei Seminaren in Speed-Reading  lernen wir  Texte viel schneller zu lesen und dabei doch ihren Inhalt zu verstehen. Doch möchte man nicht lieber so manche Formulierung sich auf der Zunge zergehen lassen? Slow-Reading heißt die Gegenbewegung zum Diktat einer sich stetig verknappenden Zeit.

 

Wir lehren -  und dies nicht nur für Leseratten und Bücherwürmer - eine spirituelle Methode, die das Lesen und das Verständnis von Literatur vertieft. Wer gerne liest, und offen ist für unterschiedlichste literarische Genres, wird sicherlich an dieser Methode Gefallen finden. Ob Goethe uns zustimmen würde?

 

Vielleicht spricht uns beim Lesen eines Buches primär die Sprache eines Autors an oder nur die Idee der geschriebenen Geschichte. Das Gelesene kann uns ans Herz gehen, uns gefangen nehmen und uns den unterschiedlichsten Emotionen aussetzen. Unser Auge sieht, der Geist liest und unsere Seele reagiert auf das Geschriebene. Welcher Karl May Fan wurde nicht bei Winnetous Tod von tiefster Trauer erfasst?

 

Wir lehren das Lesen auf der Seelen-Ebene der Literatur, bei der der gelesene Text unmittelbar die Seele erreicht. Dem geistigen Erkennen des normalen Lesens wird das unmittelbare seelische Erfahren zugesellt. Dies verändert die Wahrnehmung von dem gelesenem Text und mit der Zeit auch die Art unseres Lesens. Literatur auf diese Art und Weise gelesen, dass zeigen die Erfahrungen unserer Schülerinnen und Schüler sowie unsere eigenen, wird zum Motor einer positiven persönlichen Entwicklung.

 

"Die Literatur gibt der Seele Nahrung, sie bessert und tröstet sie",

schrieb 1755 Voltaire an Rousseau. Eine Aussage, die als Gattung gelten mag, aber euphemistisch über einige ihrer Werke hinweg sieht. Nicht jedes literarische Werk, mag wirklich die Seele erbauen. Auf der Seelen-Ebene der Literatur gelesen, fällt es uns leichter Unterscheidungen zu treffen, und die seelisch wirksame Aussage zu begreifen. 

 

Dass niedergeschriebene Worte  die Welt verändern können, beweisen nicht nur das Kommunistische Manifest und die Bibel. Bücher können Möglichkeiten offenbaren und auch auf Gefahren hinweisen. Als 1981 in Deutschland eine Volkszählung stattfinden sollte, regte sich im Vorfeld heftiger Widerstand dagegen. George Orwells dystopischer Roman "1984" erschienen im Jahr 1949 und der Begriff "Überwachungsstaat" war im Munde der Gegner der Volkszählung. Der gleiche Roman erlebte seine Renaissance mit der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA. Die Fake News Debatte stand diesmal im Vordergrund.

 

Ein Jahr nach Trumps  Wahl beschäftigte ich mich im Rahmen meiner Lehrtätigkeit mit Orwells "1984" und las ihn zum ersten mal auf der Seelen-Ebene der Literatur. Bislang hatte ich den Roman als Warnung vor einen Überwachungsstaat und vor einer Diktatur, die auch nicht davor zurückschreckt, die Sprache zu ihren Gunsten zu manipulieren, verstanden. Nachdem ich den Roman gelesen hatte jedoch spürte ich, dass es auf der seelischen Ebene des Romanes, um den Wert und den Schutz der Intimität geht. Intimität hat etwas subversives an sich, die keine Diktatur hinnehmen kann, und wurde durch die Entwicklung der sozialen Medien längst korrumpiert.  Die Bereitwilligkeit sich postend und dabei selbst entblößend der Welt mitzuteilen ist erschreckend. Dagegen ist Intimität  für die Entwicklung von verbindlichen seelischen Beziehungen wichtig.

 

Das Lesen von Bücher auf der Seelen-Ebene der Literatur erweitert nicht nur unser Verständnis von dem Gelesenen, es initiiert, durch die spirituelle Anbindung  unmittelbar einen persönlichen seelischen Entwicklungsprozess. 

 

Seit Anfang 2014 entwickelt sich dieser literarisch-spirituelle Ausbildungsweg, der uns bislang in die Genres der Kriminal-, Jugendbuch-, Abenteuer-, Horror-, Vampir- und SciFi-Literatur der Lyrik und Prosa einführten. Ein Lehrpfad, der mit den Tragödien, Dramen und Komödien auch die Welt des Theaters streift.

 

Wenn Sie gerne lesen, wird  dieser Lehrpfad Ihr Leben bereichern und das Lesen  zum Motor Ihres seelischen Wachstums werden.