Ein Krieg, der nicht so genannt werden darf,

geht heute in den 25. Tag.

Längst sind die jahrelangen Lügen Putins und seiner Gefolgsleute aufgeflogen. Unsanft wurden wir (wer auch immer wir sind) am. 24.02 aufgeweckt, die heimelige Blase unserer konstruierten Wirklichkeit, er (Putin) wird es nicht tun, schließlich setzten wir erfolgreich seit Jahren auf Wandel durch Handel, platze. Pustekuchen – er tat es und seitdem halten viele daran fest, es sei Putins Krieg?

 

Ist er mit seinem Panzer ausgeschert, um ein Auto zu überrollen? Hat er einen Mann mit erhobenen Händen erschossen. Feuert er Raketen auf Kinderkrankenhäuser ab? Bombardierte er ein Theater, eine Kunstschule und zahlreiche Wohnhäuser. Hindert er die mit Weizen beladenen Schiffe an der Ausfahrt im Schwarzen Meer. Sitzt er am Drücker im Kampfjet, um die Macht seiner todbringenden Hyperschallraketen zu demonstrieren. 

 

Nein es ist nicht Putins Krieg, sondern seiner und der vieler seiner aktiven und passiven Helfer und Helfershelfer und die leben nicht nur in Russland.

 

Ich bewundere die alte Dame, die es wagte, nur mit einem großen weißen Papier bewaffnet zu protestieren. Doch die Argusaugen der Polizisten sahen das offensichtliche Ungeschriebene und verhafteten sie logischerweise. Einige wagen immer noch in Russland den Protest, doch zu viele Russen schauen weg, auch hierzulande.

 

Seit Putins Rede zur Krimannexion sollte jeder erkennen, wohin Russland Weg führen wird. Er wird sein Land rigoros von den prowestlichen Individuen „säubern“ lassen und wir ahnen, dass die Ukraine keinesfalls sein letztes Ziel sein wird.

 

Wir haben Georgien, Syrien und die Krim-Annexion, als Chance Haltung zu zeigen, verpennt. Was können wir jetzt noch tun? Der Generation meiner Eltern wurde immer vorgeworfen, weggeguckt zu haben. Sind wirklich noch 70 % der Russen für Putin?

 

Können Sanktionen gegen Russland wirklich helfen? Ich glaube schon. Viele unserer Sanktion sind jedoch nur kosmetischer Natur. Gestern im Weltspiegel konnte man erfahren das VW - seine russischen Arbeiter in bezahlten Urlaub schickt. Die können sich es nun richtig gut gehen lassen? Warum sollte bei ihnen ein Bewusstsein dafür reifen, dass "etwas faul ist im Staate Dänemark". Das ist kein Boykott, das ist ein Armutszeugnis. Was nützt uns das verspätet begonnene Spiel mit den Oligarchen um ihre Besitztümer, wenn weiterhin wohlhabende Russen ungeniert in Europa Urlaub machen und schoppen können?

 

Vor kurzem gelesen: "Geld schlägt den Sinn". Wer genügend Geld hat, muss nicht nach Sinn suchen und am Lebenssinn verzweifeln. Profit ist schon immer wichtiger als Moral gewesen. Und dem Argument der Fürsorgepflicht, das deutscher Unternehmer für ihre Angestellten in Russland verspüren, kann man sich doch nicht wirklich verschließen wollen - oder? Kaum geht der Benzinpreis hoch, stöhnen wir kollektiv auf und hoffen sofort auf stattliche Abhilfe. Autokorsos gegen Benzinpreiserhöhung. Wir sind so etwas von unglaubwürdig!

 

Die armen in Russland (wie überall in dieser Welt), das ist zynisch aber wahr, sind daran gewöhnt arm zu sein. Sanktionen, die etwas erreichen wollen, müssen sich an die Richtigen wenden und das sind die, die etwas zu verlieren haben, sonst kann man sich diese auch sparen.