Ergebenheit und Medialität

Ergib dich oder auch nicht

Was bedeutet Ergebenheit? Wird diese Frage in Kreuzworträtseln gestellt, finden sich sehr unterschiedliche Antworten. Demut, Treue, Geduld, Devotion, Ergebung, Loyalität, Schmeichelei, Bescheidenheit, Anhänglichkeit, Untertänigkeit und Unterwürfigkeit werden als Lösungen anerkannt. Teils, für mein Wort-Verständnis, fragwürdige Antworte, die aber zeigen wie facettenreich dieser Begriff gedeutet wird.. 

 

Näher wir uns diesem Begriff durch gegoogelten Zitate erfahren wir z. B.:  

  •  „Ich habe meine Seele von Vorurteilen gereinigt, ich hab eine jede blinde Ergebenheit vertilgt, welche sich damals einschlich, um manchen eingebildeten Wissen in mir Eingang zu verschaffen.“ (Immanuel Kant)
  • "Ergebenheit ist in einem gewissen Grade mit Zuneigung verwandt, obschon sie, hauptsächlich aus Ehrfurcht bestehend, häufig mit Furcht verbunden ist." (Charles Darwin)
  • " ... In ihrer idealen Gestalt wäre diese Ergebenheit jene Seelenstimmung, die sich immer sagen könnte: Was auch kommt, was mir auch die nächste Stunde, der nächste Morgen bringen mag, ich kann es zunächst, wenn es mir ganz unbekannt ist, durch keine Furcht und Angst ändern. Ich erwarte es mit vollkommenster innerer ruhe, mit vollkommener Meeresstille des Gemütes! ..." (Rudolf Steiner)

Manch einer versteht in diesem Begriff eine Unterordnung oder Dankbarkeit gegenüber einem anderen. Andere Interpretieren darin ein klagloses sich fügen in eine Situation. Ist Ergebenheit eine Tugend, frei nach dem Motto "Gottes Wille geschehe", die uns hilft sich dem Leben zu fügen? Das Leben stellt uns unentwegt Aufgaben, ob wir diese mögen oder nicht.  Sagen wir innerlich machen wir das Beste daraus oder verzagen wir von vornherein. Sei nicht feige, las mich hinter den Baum, rufen wir allzu gern den Nächsten zu.

 

Eine spirituelle Entfaltung des Selbst benötigt das Kultivieren unserer Ergebenheit gegenüber der Schöpfung an sich. Wer als Medium für die Geistige Welt arbeiten will,  muss bereit sein zu einem Gefäß zu werden, das immer neu gefüllt und auch geleert wird. Ein Medium muss sich ergeben. Wodurch können wir zu mehr Ergebenheit gelangen? In unseren Ausbildungen und Coachings nutzen wir die Methode der Seelenschulungen dazu. Zum Beispiel über die Kraft der Bilder. Ein geeignetes Bild dafür ist Folgendes.

 

 

 

ERGEBENHEIT - Acryl 80 cm X 80 cm copyright Ulrike Krzistetzko
ERGEBENHEIT - Acryl 80 cm X 80 cm copyright Ulrike Krzistetzko

Zur Geschichte des Bildes

Ulrike malte dieses Bild vom Meer in einer Zeit, als ich mich im Rahmen der Seminarreihe vom Geist der Literatur mit Jules Verne (1828-1905) und seinem Roman "der grüne Blitz" auseinandersetzte. Jules Verne wurde mit einem Werk von 80 Romanen zum meistgelesenen und -übersetzten Autor seiner Zeit. 

 

In meiner Jugendzeit las ich sehr gerne seine Abenteuerromane. So reiste ich mit Phileas Fogg in 80 Tagen um die Welt, folgte Professor Otto Lidenbrock zum Mittelpunkt der Erde und verbrachte mit Kapitän Nemo 20000 Meilen unter dem Meer. Sein Roman der Grüne Blitz, sein einziger Liebesroman, kannte ich jedoch damals nicht.

 

Es ist ein Roman über die Liebe. Gibt es ein größeres Abenteuer, als die wahre Liebe zu finden? In Sachen  Herzensangelegenheiten herrscht doch eher Chaos und Verwirrung statt Klarheit vor. Woran erkennt man den Richtigen (oder die Richtige)? 

 

Helena, die Protagonistin dieses Romans, gerade im heiratsfähigen Alter angekommen, möchte bevor sie sich bindet in Gefühlsdingen Sicherheit erlangen. Sie weiß, wer den grünen Blitz gesehen hat, täuscht sich nicht mehr bei Herzensangelegenheiten. Und so begibt Sie sich auf die Suche nach diesem seltenen Naturphänomen. Im Schlepptau ihre beiden Onkel Sam und Sib, zwei eingefleischte Junggesellen die als Helenas "Zieheltern" fungieren und ein Verehrer.

 

Ich folgte den Protagonisten auf eine zauberhafte Reise durch Schottland und begab mich mit ihnen auf die Suche nach dem grünen Blitz und bereitete auf der Seelenebene der Literatur das nächste Seminar vor. Und wie immer färbte sich meine Beschäftigung sich auch auf Ulrikes Schaffen ab und spiegelte sich in ihrem Bild.

 

Als ich Ulrikes Bild auf der Seelenebene der Malerei erforschte. fand ich sehr schnell den Begriff Ergebenheit für seine seelisch wirksame Qualität.

 

Übung für die Lehrer des Lehrpfades die Seele der Bilder

 

4 x eine 2 stündige selbst induzierte Seelenschulung zum Originalbild (Abstand 7 Tage) durchführen

  1. Seelenschulung um die seelische Qualität des Bildes zu verstehen
  2. Seelenschulung um sich dem Thema Ergebenheit tiefer zu öffnen
  3. Seelenschulung zum Thema "Wann man sich ergeben sollte und wann lieber nicht"
  4. Seelenschulung zu Thema "Ergebenheit , die Stille des Geistes und das Lauschen der Seele"