Musikarchäologie

Gesucht: Der Soundtrack der Antike | Arte | Doku

"Es war ein reiner Zufallsfund - und eine spektakuläre Entdeckung für die Wissenschaft: Der Papyrus, der unlängst im Depot des Louvre wiedergefunden wurde, gibt der Forschung bis heute Rätsel auf. Untersuchungen zeigen, dass es sich bei dem kaum lesbaren griechischen Text um eine antike Partitur handelt. Der Film begibt sich auf eine Reise zu den geschichtsträchtigen Stätten von Delphi und Pompeji sowie zu den ägyptischen Tempeln von Dendera. In ihren Laboren geben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Einblicke in ihre Arbeit als Musikarchäologen. Durch ihre Erkenntnisse erwachen jahrtausendealte Instrumente zu neuem Leben."

 

zitiert von der programm.ARD.de - Webseite

 

Der obige Text der Arte Webseite machte mich neugierig und so nahm ich mir heute die Zeit diese neue Arte-Doku anzuschauen. Ich hatte bis dato keine Vorstellung davon, was die Musikarchäologie beinhaltet. Nach der Doku bin ich nun etwas klüger als zuvor. Ich finde, die 55 Minuten Fernsehen haben sich für mich gelohnt.

 

Ich zitiere weiter von der programm.ARD.de -Webseite:

 

"In den letzten 30 Jahren hat sich ein Zweig der Altertumsforschung dank neuer digitaler Technologien und interdisziplinärer Ansätze enorm weiterentwickelt: die Musikarchäologie. Ihr Ziel ist es, die Musik der Antike zu entdecken. Von den sagenumwobenen Stätten Griechenlands bis zu den Tempeln von Dendera in Ägypten, vom geheimnisvollen Delphi bis Pompeji: An zahlreichen bedeutenden Schauplätzen der Geschichte wurden die Überreste alter Instrumente wie Harfe, Tamburin, Aulos und Cornu gefunden. Sie sind ebenso unterschiedlich wie eindrucksvoll dokumentiert, etwa durch Mosaike, Keramiken und Statuen, auf denen überraschend häufig Szenen des Musizierens abgebildet sind.

 

Einige Quellen geben außerdem Aufschluss über die Funktion der Musik in den Hochkulturen Ägyptens, Griechenlands und im Römischen Reich. Schon in der Antike begleitete Musik die Menschen in vielen Lebenslagen, von der Geburt bis zum Tod, ob im Krieg oder bei religiösen Ritualen, zu politischen Zwecken oder auch nur zur Unterhaltung.

 

Die Dokumentation stützt sich zum Beispiel auf antike griechische Partituren. Ihr Notationssystem konnte mit Hilfe eines Textes entschlüsselt werden, der dank der Kopisten des Mittelalters zumindest in Teilen überliefert wurde: Alypios' "Einführung in die Musik".

 

Einige Fundstücke haben den Musikarchäologen nun ermöglicht, den jahrtausendealten Partituren Leben einzuhauchen: die Seikilos-Stele, die nahe Ephesos in der Türkei gefunden wurde und auch "das älteste Lied der Welt" genannt wird, oder die Hymnen an Apollon, die an den Wänden Delphis entdeckt wurden. Und nicht zuletzt der Papyrus, der vor einigen Jahren im Depot des Louvre wieder auftauchte. Er bildet den Teil einer Arie aus der Tragödie "Medea" ab. Eine faszinierende Forschungsreise auf den Spuren antiker Klangwelten rund ums Mittelmeer."

 

Im Juli wird diese Sendung noch drei mal auf Arte zu sehen sein. Eine weitere Doku aus de Bereich der Musikarchäologie möchte ich hier empfehlen.

 

Swinging Steinzeit - Wie entstand Musik? | Arte | Doku

"Wann und wie ist Musik in der Geschichte der Menschheit erstmals in Erscheinung getreten? Eine spannende Frage, die Prähistoriker, Musikwissenschaftler und Archäologen beantworten wollen. Sie untersuchen dazu die ältesten Musikinstrumente, die bis heute entdeckt wurden, zum Beispiel Flöten aus Tierknochen oder auch Stalaktiten in Tropfsteinhöhlen, die als Orgel fungierten. Fest steht: Schon immer gab es offenbar eine gewisse Kreativität bei der Erzeugung von Musik. Die Dokumentation begibt sich auf eine überraschende Spurensuche - und das an ungewöhnlichen Orten."

 

zitiert von der programm.ARD.de - Webseite

 

Auch diese Doku empfinde ich als sehr informativ und sehenswert. Weitere 55 Minuten die sich lohnen vor dem Fernseher zu verbringen. Ich zitiere weiter von der programm.ARD.de -Webseite:

 

"Musik hat unendlich viele Ausdrucksformen. Überall auf der Welt gibt es sie, in allen Kulturen, Generationen und Gesellschaftsschichten. Doch woher kommt sie eigentlich? Lange wurde davon ausgegangen, dass unsere Vorfahren vor allem bildende Kunst produzierten, also Gemälde, Skulpturen und Gravuren auf Knochen oder Steinen. Doch als Forscher bei Ausgrabungen auf Fragmente perforierter Vogelknochen stießen, veränderte sich die Vorstellung von prähistorischer Kunst. Denn es stellte sich heraus, dass diese bis zu 40.000 Jahre alten archäologischen Funde kleine Flöten waren, auf denen sich - auch heute noch - Melodien spielen lassen.

 

Auf der Suche nach den Ursprüngen der Musik begibt sich die Dokumentation auf eine Reise durch Europa und durch verschiedene Zeitalter. Sie führt an jene Orte, an denen bedeutende Entdeckungen zur altsteinzeitlichen Musik gemacht wurden und sie zeigt, wie diese Funde die Wahrnehmung der prähistorischen Stätten veränderten. Die Höhlenmalereien, die wir zuvor wie Meisterwerke in einem Museum betrachteten, wurden tatsächlich wohl von komplexen Musikritualen begleitet. Denn bei seiner Ankunft in Europa war der Homo sapiens bereits in der Lage, Musik zu komponieren und sie auf selbst gebauten Instrumenten zu spielen. Mit jeder neuen Hypothese und Entdeckung wird klar, dass die Musik im Leben unserer Vorfahren allgegenwärtig war und ihnen vielleicht dazu diente, mit den Elementen in einen Dialog zu treten.

 

Doch die Dokumentation führt noch weiter, über die Grenzen unserer eigenen Spezies hinaus: zu unseren Verwandten, den Neandertalern - und zum Ursprung der Musik und ihrer engen Verbindung zur Sprache. Eine sinnliche Reise in die Vergangenheit, die auch ein neues Licht auf die Gegenwart wirft und veranschaulicht, wie tief die Musik im Menschen verankert ist und welche bedeutende Rolle sie bis heute für uns alle spielt."

 

mein Resümee

Beide Dokumentationen zeigen ganz eindeutig, dass unsere Vorfahren schon recht früh sich mit Klängen auseinandergesetzt haben. Die Musik begleitet seit Jahrtausenden unsere Entwicklung zum modernen Menschen. Musik ist nicht nur ein "Seelenbalsam", sondern ein Motor für die gesamte kulturelle Entfaltung des Menschen, das zeigt nicht nur unsere spirituelle Arbeit mit der Musik.