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Orient-Express

Anfang November 2020 habe ich Samstag in das WDR3 - Programm zufällig reingehört. Es lief die Lesung eines mir unbekannten Buches. Der Text fesselte mich schon nach kurzer Zeit und weckte in mir den Wunsch dieses Buch selber zu lesen. Und da Weihnachten vor der Tür stand äußerte ich alsbald, nebenläufig und völlig ohne Hintergedanken diesen Wunsch. Er wurde erhört.

 

Lesen Sie Passos Orient-Express. Es lohnt sich. Für die, die lieber hören als lesen. Die Audio-CD ist erhältlich und die Stimme des Lesers sehr angenehm.

 

John Dos Passos: Orient-Express - WDR 3 Lesung - Sendungen - Programm - WDR 3 - Radio - WDR

"Im Alter von 25 Jahren begibt Dos Passos sich auf eine Reise in den Orient, die ihn von Konstantinopel oder Stambul – heute Istanbul – über Georgien, Armenien, den Iran und den Irak nach Syrien führt. Die Länder der gesamten Region, die wir heute als "Orient" bezeichnen, sind 1921 territorial und politisch viel weniger genau unterschieden als heute. Die Grenzziehungen durch die Kriegsmächte England und Frankreich sind willkürlich und ahistorisch, denn die Bevölkerungen hatten keinerlei Mitspracherecht, als es um verwandtschaftliche und ökonomische Zugehörigkeit von Völkern, Stämmen und Sprachen ging. Und doch existieren diese Grenzen weitgehend heute noch.

 

John Dos Passos reist zunächst per Schiff – der Landweg nach Georgien wäre wegen der weiter andauernden Kämpfe in Anatolien zu gefährlich – vom nationalitätenwimmelnden Stambul über Trapezunt (heute: Trabzon) nach Batumi, das noch wenige Monate vor Dos Passos´ Ankunft in britischer Hand gewesen ist. Der Reisende beobachtet, er ist Zeuge, er notiert und dokumentiert, doch er wägt nicht ab, er wertet nicht, nimmt nicht Partei. Seine verlässlichen Verweise auf die großen Ereignisse der Weltgeschichte kommen fast beiläufig daher, sein Reisebericht ist auch ein wertvolles Stück künstlerischer wie journalistischer Geschichtsschreibung."

 

zitiert von der WDR Homepage