Märchen

Mögen Sie Märchen?

Als ich lesen lernte, begleiteten mich die Märchen. Nicht jedes Märchen mochte ich. Manche Märchen ängstigten mich. Älter werdend las ich andere Geschichten. Die Zeit der Märchen war passe.  Erst viele Jahre später was wandte ich mich den Märchen wieder zu, mehr aus therapeutischen Gründen. Waren Märchen heilsam für die verletzte kindliche Seele in uns? Können sie auch die Seele des Erwachsenen erreichen?

 

Die Antwort darauf geben wir auf zwei unterschiedlichen Lehrpfaden. 

 

Allgemeines zu Märchen (Auszug aus Wikipedia)

"Märchen (Diminutiv zu mittelhochdeutsch mære = „Kunde, Bericht, Nachricht“) sind Prosatexte, die von wundersamen Begebenheiten erzählen. Märchen sind eine bedeutsame und sehr alte Textgattung in der mündlichen Überlieferung (Oralität) und treten in allen Kulturkreisen auf. Im Gegensatz zum mündlich überlieferten und anonymen Volksmärchen steht die Form des Kunstmärchens, dessen Autor bekannt ist. Im deutschsprachigen Raum wurde der Begriff Märchen insbesondere durch die Sammlung der Brüder Grimm geprägt.

 

Im Unterschied zur Sage und Legende sind Märchen frei erfunden und ihre Handlung ist weder zeitlich noch örtlich festgelegt. Allerdings ist die Abgrenzung vor allem zwischen mythologischer Sage und Märchen unscharf, beide Gattungen sind eng verwandt. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist das Märchen Dornröschen, das etwa von Friedrich Panzer als märchenhaft „entschärfte“ Fassung der Brünnhilden-Sage aus dem Umkreis der Nibelungensage betrachtet wird. Dabei kann man die Waberlohe als zur Rosenhecke verniedlicht und die Nornen als zu Feen verharmlost ansehen.

 

Charakteristisch für Märchen ist unter anderem das Erscheinen phantastischer Elemente in Form von sprechenden und wie Menschen handelnden Tieren, von Zaubereien mit Hilfe von Hexen oder Zauberern, von Riesen und Zwergen, Geistern und Fabeltieren (Einhorn, Drache usw.); gleichzeitig tragen viele Märchen sozialrealistische oder sozialutopische Züge und sagen viel über die gesellschaftlichen Bedingungen, z. B. über Herrschaft und Knechtschaft, Armut und Hunger oder auch Familienstrukturen zur Zeit ihrer Entstehung, Umformung oder schriftlichen Fixierung aus. Nach der schriftlichen Fixierung der Volksmärchen setzte eine mediale Diversifikation ein (Bilder, Illustrationen, Übersetzungen, Nacherzählungen, Parodien, Dramatisierungen, Verfilmungen, Vertonungen usw.), die nun an die Stelle der mündlichen Weitergabe trat. Insofern ist die „Rettung“ der Märchen etwa durch die Brüder Grimm zwar einerseits begrüßenswert, aber andererseits setzt dies auch der mündlichen Weitergabe eines mono-medialen Texttyps ein jähes Ende.

 

Märchenerzählen ist als Immaterielles Kulturerbe in Deutschland anerkannt worden. Die Deutsche UNESCO-Kommission hat das Märchenerzählen im Dezember 2016 in das Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen."

Märchentherapie

"Märchentherapie, hauptsächlich aus der Jungschen Analytischen Psychologie stammende psychagogische Behandlung (Psychagogik) durch das Vorlesen und Besprechen von Märchen. Märchen sind vor allem wegen ihrer Realitätsferne geeignet, in kognitiv distanzierter Weise ein Problem anzusprechen, das in der realen Welt zu nahe geht und Angst macht. Therapeutisch wichtig sind die richtige Auswahl von Märchen und die kognitive Vorbereitung auf diese Form der psychagogischen Behandlung."

 

zitiert von https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/maerchentherapie